Warum manche Bäume und Sträucher im Winter grün bleiben
Warum immergrüne Pflanzen auch in der kalten Jahreszeit voller Leben stecken
Wenn die meisten Laubbäume ihre Blätter verlieren und kahl in den Himmel ragen, stechen sie besonders hervor: Immergrüne Bäume und Sträucher, die selbst im tiefen Winter ihr sattes Grün behalten. Doch warum können Nadelbäume, Eibe & Co. ihre Nadeln oder Blätter einfach weitertragen – ohne zu erfrieren oder zu vertrocknen?
In diesem Beitrag möchte ich erklären, welche biologischen Strategien hinter dem Immergrün stecken, wie sich diese Pflanzen an Kälte, Trockenheit und Schnee angepasst haben – und was wir daraus über Resilienz in der Natur lernen können.


1. Immergrün heißt nicht, dass sie "keinen Herbst" haben
Viele immergrüne Pflanzen erneuern ihr Laub ebenfalls – nur nicht alles auf einmal.
Statt alle Blätter abzuwerfen, tauschen sie sie laufend über das Jahr verteilt aus. So bleiben sie das ganze Jahr über grün, obwohl ihr Laub nie älter als etwa 3–7 Jahre wird (je nach Art).
2. Spezielle Blattformen schützen vor Kälte und Verdunstung
Nadeln und ledrige Blätter sind keine "Launen der Natur", sondern echte Survival-Konstruktionen:
✔ Kleine Oberfläche
Je kleiner die Blattfläche, desto weniger Wasser wird über die Oberfläche verloren. Das hilft besonders in Frostperioden, in denen Wasser für Pflanzen schwer verfügbar ist.
✔ Dicke Wachsschicht (Kutikula)
Immergrüne Pflanzen schützen sich oft mit einer dicken Schicht aus Harzen und Wachsen, die Verdunstung minimiert und Frostschäden verhindert.
✔ Faserige Zellstrukturen
Zum Beispiel Nadeln sind elastisch – sie brechen nicht unter Schneelast. Das macht sie ideal für Gebirge und Regionen mit hohem Wintergewicht.
3. Immergrüne Pflanzen können "auf Sparflamme" Photosynthese betreiben
Im Gegensatz zu Laubbäumen können immergrüne Pflanzen auch bei kalten Temperaturen ein wenig Photosynthese betreiben – nicht viel, aber genug, um ihren Energiebedarf zu decken.
Dafür besitzen sie:
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Enzyme, die auch bei niedrigen Temperaturen arbeiten
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Langlebige Nadeln/Blätter, die sich energetisch "lohnen"
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Reservestoffe, die sie schon im Sommer einlagern
4. Schutz vor Wintertrockenheit
Ein großes Problem für Pflanzen im Winter ist nicht die Kälte, sondern Trockenheit – denn gefrorener Boden gibt kaum Wasser ab.
Immergrüne Pflanzen lösen das über:
-
Extrem niedrigen Wasserverbrauch
-
Haftende Wachsschichten
-
Stomata (Blattöffnungen), die sich fast vollständig schließen können
So verlieren sie kaum Feuchtigkeit und kommen durch trockene Frostperioden.
5. Wo der Boden arm ist, lohnt sich Blattabwurf nicht
Immergrüne Arten siedeln häufig dort, wo Nährstoffe knapp sind:
Felsige Böden, Sandböden, saure Waldböden (z. B. Nadelwald).
Blätter herzustellen kostet Nährstoffe – besonders Stickstoff.
Immergrüne Pflanzen sparen, indem sie ihre Nadeln mehrere Jahre behalten, statt jedes Jahr neu zu produzieren.
6. Immergrün ist ein Vorteil in der Kälte – aber ein Nachteil in der Wärme
In warmen Regionen mit ausreichend Wasser sind Laubbäume oft im Vorteil, weil große, dünne Blätter mehr Licht einfangen.
Immergrün lohnt sich vor allem dort, wo es:
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kalt
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trocken
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nährstoffarm
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winterlich lang schneereich ist.
Welche Pflanzen bleiben bei uns wintergrün?
Einige der wichtigsten Vertretersind:
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Fichte, Tanne, Kiefer
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Eibe
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Wacholder
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Stechpalme (Ilex)
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Rhododendron
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Heiden & Erika
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Kirschlorbeer
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Moose & Flechten
ALSO:
Immergrün ist kein Zufall, sondern eine hoch spezialisierte Überlebensstrategie.
Diese Pflanzen schützen sich vor Kälte und Trockenheit, sparen Nährstoffe, arbeiten das ganze Jahr über mit wenig Energie und nutzen robuste, langlebige Blätter.
Ich finde, das ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie vielfältig Pflanzen auf ihre Umwelt reagieren und sich anpassen können.
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